Kräuterbücher für Anfänger – meine 6 Empfehlungen

 

Ich habe euch eine Liste mit meinen top 6 Kräuterbüchern erstellt, die euch helfen Pflanzen zu erkennen, näheres über sie zu lernen und diese zu verarbeiten. Da ich mich schon seit einigen Jahren mit Kräutern beschäftige und immer wieder neues dazulernen möchte, besitze ich mittlerweile eine schon recht anschauliche Kräuterbuchsammlung.

Letztendlich greife ich aber meistens zu meinen Lieblingsbüchern und diese möchte ich euch vorstellen. Diese sind auch perfekt für Anfänger geeignet: Mittlerweile gibt es eine schier an Kräuterbüchern und vor allem am Anfang ist man überfordert und möchte keinen Fehlkauf machen.

Ich stelle euch hier ein paar Werke vor, die Anfängern zur Orientierung helfen können und gleichzeitig auch erfahrenen Kräuterhexen sehr gut als Nachschlagewerk dienen können.

Das ist eines meiner Lieblingsbücher und nicht nur weil ich bei meiner Kräuterausbildung bei FNL Siegrid persönlich kennenlernen durfte. Das Buch erfreut sich unter Kräuterliebhabern großer Beliebtheit, da es eines der modernsten Nachschlagewerke zum Thema Kräuter ist.

 

Das Buch ist als Nachschlagewerk gedacht mit Infos rund um 500 Kräuter alphabetisch geordnet. Zum mitnehmen in den Wald ist es definitiv zu klobig – dafür gibt es andere Bücher. Die Kräuterbibel ist dazu gedacht nach der Kräuterwanderung mehr über die gefundenen Schätze im Wald zu lesen.

Das tolle an dem Buch ist der strukturierte Aufbau und die Beschreibung von mehrheitlich heimischen Pflanzen, die man auch wirklich in unseren Breiten finden kann. Es hat sich zwar beim Buchstaben Z die Zitrone eingeschlichen, aber da drückt man gerne ein Auge zu da es doch auch interessant ist mehr über die Pflanze zu erfahren, die sich doch oft im Einkaufskorb wiederfindet.

Zu jeder Pflanze gibt es einen kurzen Überblick mit Infos rund um die Pflanze wie Standort, Blüte- und Sammelzeit, Inhaltsstoffe, Eigenschaften, Vermehrung, Volksnamen und Pflanzenart.

Danach erfährt man in der Rubrik „Magisches“ verschiedene Mythen und Bräuche mit der jeweiligen Pflanze. Die Themen Konservieren, Sammeln in der Natur (also wo die Pflanze zu finden ist) und etliche Rezepte. Die Anwendung jeder Pflanze wird beschrieben, sprich welche Heilwirkung das Kraut hat, wird genau erläutert.

Weiters wird jede Pflanze einem Edelstein und der Astrologie zugeordnet und die Homöopathie dazu erklärt. Es gibt zwei Infoboxen zum Thema TCM (Traditionell Chinesische Medizin) und zu den Weisheiten von Hildegard von Bingen (welche in der heutigen Zeit jedoch mit Vorsicht zu genießen sind).

Jede Pflanze ist mit anschaulichen Bildern vertreten – ich würde das Buch jedoch nicht für die Kräuterwanderung empfehlen und zwar aus einem Grund: Das Gewicht! Das Buch ist mit seinen 800 Seiten echt schwer und richtig unpraktisch für eine Kräuterwanderung.

Zur Autorin

Siegrid Hirsch ist eine Österreicherin, die beim Verein FNL (im größten Kräuterverein Österreichs) Vorstandsmitglied ist. Ihr Interesse an Heilpflanzen wurde mit der Geburt ihrer Kinder geweckt und seitdem schreibt sie über Kräuter.

Ein tolles allgemeines Nachschlagewerk zu einer schieren Anzahl an Kräutern & Pflanzen mit vielen Infos und vor allem sehr vielen Rezepten. Auch für esoterisch-Interessierte gibt es zusätzliche Infos wie z.B. „Magisches“, „Edelsteine“ und „astrologische Zuordnung. Einzig ist es nicht zum Erkennen und Bestimmen von Pflanzen geeignet, da es sehr klobig ist.

Dieses Buch ist perfekt um es beim Spaziergang mitzunehmen! Dank der Ordnung der über 870 Pflanzen nach Blütenfarbe, findet man die gesuchten Pflanzen schnell. Zu jedem Kraut und Baum gibt es eine detaillierte Zeichnung bei der auch die typischen Merkmale der Pflanze hervorgehoben werden. Die Beschreibungen bestehen aus den folgenden Punkten:

  • Typisch: Hier wird die Pflanze grob beschrieben (Höhe, Blütenfarbe, Stängel, etc.)
  • Beschreibung: Die Typischen Erkennungsmerkmale der Pflanze werden aufgelistet
  • Vorkommen
  • Wissenswertes: Hier werden Interessante Fakten über die Pflanze, Heilwirkung, Rezepte erklärt
  • Verwechslung: Manchmal werden die Pflanzen aufgelistet mit denen eine Verwechslung passieren könnte

Zu den Autoren

Verfasst wurde das Buch vom Biologenpaar Margot und Roland Spohn. Sie haben bereits einige Bücher herausgebracht und aktualisieren das Buch „Was blüht denn da?“ immer wieder mal. Beruflich arbeitet Margot im Bereich pflanzliche und homöopathische Arznei, während ihr Mann Roland im Bereich wissenschaftliche Illustrationen freiberuflich tätig ist.

Für mich ein absolutes MUSS für jede Person, die Pflanzen bestimmen möchte. Durch die Sortierung nach Blütenfarben findet man sich schnell zurecht. Die botanischen Begriffe, die bei den Beschreibungen benutzt werden, sind hinten mit Illustrationen perfekt erklärt. Einzig für mich ist es manchmal schwierig anhand der Zeichnungen eine Pflanze zu erkennen, aber das ist bei jedem anders.

Die Erklärungen der Pflanzen sind immer nur ein paar Sätze lang bzw. ein kleiner Absatz. Wer sich mehr über die gefundenen Pflanzen informieren möchte, der stöbert dann im Buch „Die Kräuter in meinem Garten“ und wer speziell nach Rezepten zu den jeweiligen Pflanzen sucht, ist mit dem „Kräuter-Rezeptebuch“ von Siegrid Hirsch gut aufgehoben

Diese Werke sind beide vom Kosmos-Verlag und gleich aufgebaut. Die Bücher empfehle ich daher, da sie in jede Jackentasche passen und so praktisch zum mitnehmen sind. Im Vergleich zum Buch „Was blüht denn da?“ sind diese beiden Bände viel dünner da 130-170 Pflanzen behandelt werden.

Die Systematik ist dieselbe wie bei allen Kosmos-Naturführern: Man sucht nach der Blütenfarbe die jeweilige Pflanze – ein sehr tolles und einfaches Prinzip um schnell die jeweilige Pflanze zu finden.

Kompakt in einem kleinen Absatz werden Merkmale der Pflanze, Vorkommen und Wissenswertes erklärt – ideal um sich einen ersten Überblick zu verschaffen.

Diese zwei Bücher sind so leicht in einer Tasche oder Jacke verstaut, dass sie letztendlich von mir auch am meisten bei meinen Kräuterwanderungen mitgenommen werden. Die beiden Bände sind so kompakt, dass sogar beide mitgenommen werden können ohne zu schwer zu sein oder zu viel Platz zu brauchen. Außerdem finde ich toll, dass Fotos und keine Zeichnungen der einzelnen Pflanzen abgebildet sind, da ich mir mit Fotos etwas leichter tu.

Nachdem ich mit den vorigen Kräuterführern vom Kosmos Verlag („Welche Heilpflanze ist das?“, „Welche Wildkräuter und Beeren sind das?“ oder „Was blüht denn da?“) die gesuchte Pflanze gefunden habe, nutze ich dann dieses Buch um sicher zu gehen, dass ich die Pflanze nicht verwechsle.

Das Buch ist nach den Jahreszeiten aufgeteilt um dadurch gezielt die jeweiligen giftigen Doppelgänger ausfindig zu machen. Je nach Saison gibt es unterschiedliche Pflanzen mit denen man die gefundene verwechseln kann und dieser Naturführer hilft bei der Erkennung immens.

Jede Pflanze ist mit ihren Merkmalen, Fundort und Verwertungsmöglichkeiten beschrieben, sodass man die Pflanze nochmal querchecken kann. In einem Kästchen ist dann immer die (meist) gifte Pflanze kurz beschrieben mit einem Querverweis auf die Detailseite mit näheren Infos.

Für mich ein unerlässliches Bestimmungsbuch um sicherzugehen, dass ich nicht einen (giftigen) Doppelgänger erwischt habe. Für manche ist es mühsam, dass immer ein Querverweis auf die Seite des giftigen Doppelgängers aufgelistet wird und man dann erst zum Doppelgänger blättern muss. Ich finde das System aber schlüssig und gut.

Das Buch ist sehr klein und beschreibt knapp 170 Pflanzen mit allen bekannten giftigen Vertretern was definitiv für mich reicht um ein Heilkraut sicher bestimmen zu können.

Also das A und O der Kräuterverarbeitung ist dabei und mit Sicherheit für jeden etwas dabei! Die Rezepte sind einfach beschrieben mit Bildern und Schritt für Schritt Anleitungen und somit ist das Buch sowohl für Kräuterneulinge zum Entdecken und für Erfahrene Kräuterhexen zur Inspiration geeignet.

Gegliedert ist das Buch in folgende Kapitel:

  • Infos zum Sammeln (auch Infos wie man nach Mondphasen sammelt), trocknen und Aufbewahren von Kräutern
  • Hausmittel (Blütenessenzen, Tinkturen, Sonnen- und Kochmethode)
  • Kräutersirup (z.B. Hustensirup)
  • Kräuterlimonaden, Fruchtsaft und Marmelade (z.B. Beeren- und Blütensirup, Holunderlimonade, Kürbismarmelade)
  • Kräuterweine (z.B. Waldmeisterwein und Salbeiwein)
  • Schnäpse und Liköre (z.B. Himbeerlikör und Schafgarbenschnaps)
  • Essig (für Salate, als Getränke, Kosmetik)
  • Kräuteröle
  • Auflagen, Bäder und Salben (Grundrezepte, Wärmepflaster, Schmerzsalben)
  • Eine Auflistung der Kräuter je nach Organ
  • Kräuter für Kinder (Nicht jedes Kraut ist auch für Kinder geeignet)

Ich benutze dieses Buch immer für Inspiration oder wenn ich ein Kraut gefunden habe und nicht so ganz weiß wie ich es verarbeiten möchte. Es ist auch gut für Anfänger geeignet, da die Rezepte relativ einfach sind. Einzig wird öfter nach Zutaten verlangt, die man nicht unbedingt zu Hause hat, sondern in einem Kräuterfachhandel (wie z.B. hier) besorgen muss.

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