Meine Wunderwaffe gegen Erkältungen
Dadurch, dass es draußen wieder kühler wird, häufen sich die Erkältungs- und Grippewellen. Husten und Schnupfen stehen dann leider am Tagesprogramm. Um gegen die Erkrankungen gewappnet zu sein, trinke ich in dieser Zeit zumindest eine Tasse Zistrosentee am Tag. Noch nie davon gehört? Leider erfreut sich Zistrosentee nicht unbedingt großer Beliebtheit und ist nicht wie zum Beispiel Kamillentee im Supermarkt erhältlich. Aber die Geheimwaffe hat es in sich:
Inhaltsverzeichnis
Volksname
Der Volksname lautet Ladan.
Die Zistrose gehört zu der Pflanzenart der Zistrosengewächse (Cistaceae) und ist ein mehrjähriger Strauch. Es ist eine immergrüne Pflanze mit verknitterten, zartrosa Blüten. Sie stammt aus dem Mittelmeerraum und den Kanarischen Inseln. Man unterscheidet zwischen 24 Arten. Die Pflanze duftet herrlich und die Blätter scheiden Harz aus.
Durch die Studien vom Dozenten Dr. Georgios Pandalis an der Universität Hannover wurde die Zistrose 1999 zur Pflanze Europas ausgezeichnet.
Wo kann man die Zistrose sammeln
Bei uns in Mitteleuropa ist die Zistrose eine Kübelpflanze. Sie liebt sandige und magnesiumreich Gartenerde und einen sehr sonnigen Standort. Du ziehst die Pflanze von März bis Mai in Töpfen – die Zistrose ist ein Lichtkeimer.
Überwintern soll man sie im Haus oder draußen überlebt die Pflanze manchmal mit ausreichendem Winterschutz. Es ist jedoch nicht bekannt ob die Zistrose in Mitteleuropa angebaut auch Heilkräfte entwickelt. Bei Kälte jedoch reagiert die Pflanze sehr sensibel. Zistrosen haben durch die mangelnde Sonne bei uns meist viel weniger klebriges Ladanumharz auf den Blättern.
Wild findet man die Pflanze nur im Mittelmeerraum und auf den Kanarischen Inseln. Das heißt du findest die Pflanze auf Urlauben in Griechenland, Spanien, Türkei und Süditalien und zwar in Höhenlagen mit magneisumreichen Böden.
Zistrose erkennen
Es gibt insgesamt 22 Zistrosenarten und nicht jede hat eine Heilwirkung. Als heilkräftigste Zistrosenart, hat sich die Graubehaarte Zistrose entpuppt. Nähere Infos zu den verschiedenen Zistrosenarten und deren Heilwirkung findest du in dieser wissenschaftlichen Studie.
Das Markenzeichen dieser Pflanze sind die zerknitterten Blüten, die stark an Wildrosen erinnern.

Blüte- und Sammelzeit
Die Zistrose blüht von Mai bis Juli, dies ist auch der gleiche Zeitraum indem die Pflanze gesammelt wird. Verwendet werden alle oberirdischen Teile der Zistrose.
Inhaltsstoffe
- Polyphenole (Gerbsäuren, Farbstoffe)
- Ladanum (Harz)
- Ätherische Öle (Borneol, Zineol, Eugenol, Limonen)
- Inuline
- Viel Vitamin C und E
Es wird vermutet, dass die Polyphenole der Zistrose dafür verantwortlich sind Viren am eindringen in Wirtszellen zu hindern. Die Zistrose hat 3x so viele Polyphenole wie Grüntee und 4x so viel wie Rotwein. Hier der Link zur wissenschaftlichen Studie aus 2015 dazu.
Wirkung
Die Zistrose wirkt antiallergisch, entgiftend, pilzhemmend, antibakteriell und entzündungshemmend.
An der Universität in Münster wurde ein Experiment mit dem Pflanzenextrakt Cystus052 der Zistrose durchgeführt, was der Pflanze zu größerer Beliebtheit geholfen hat. Der Extrakt hat Grippeviren daran gehindert in Körperzellen einzudringen, wirkte antiviral, antibakteriell, entzündungshemmend und schmerzstillend bei Halsweh. Laut Dr. Pandalis wirken die Stoffe direkt auf Influenzaviren, also auf die menschlichen und aviären (wie z.B. Vogelgrippe). Egal wie oft man die Zistrose nutzt, der Körper wird dagegen nicht immun.
Der Forscher Dr. Georgios Pandalis hat sich diesen Extrakt auch patentieren. In seiner Kindheit in Griechenland wurde er immer von seiner Großmutter, welche als Hebamme gearbeitet hat, darum gebeten Zistrosenkraut zu sammeln. Diese verwendete die Essenz der Pflanze für Waschungen der Wöchnerinnen.
Die Polyphenole in der Pflanze sind Radikalfänger und können dabei helfen Schwermetalle, Umweltgifte und Tabakrückstände aus dem Körper auszuleiten.
Das Zineol (Pflanzenöl der Zistrose) ist der Inhaltsstoff der wirksam bei Beschwerden der oberen und unteren Luftwege hilft. Das Eugenol verfügt über eine stark antibakterielle, schmerzstillende und entzündungshemmende Wirkung. Die Pflanze eignet sich daher ideal um das Immunsystem zu stärken!
Auf Kreta wird das Kraut gekocht und der Pflanzenbrei dann als Umschlag bei Arthritis und Rheuma verwendet.
Vor allem in Griechenland gilt die Zistrose in der Volksheilkunde als Grippemittel und Lebensverlängerer. Vor allem findet die Pflanze Verwendung in Tees und Duftessenzen.
Zistrosentee* finde ich so toll und wichtig, dass dieser seinen eigenen Bereich hier verdient hat:
Das Kraut enthält Polyphenole, die eine zellschützende Wirkung aufweisen. Die Zistrose ist vor allem für ihre antibakteriellen, antiviralen, antioxidativen und immunstärkenden Eigenschaften bekannt. Der schleimlösende Effekt und die entzündungshemmende Wirkung im Mund- und Rachenraum helfen vor allem bei Husten in der Erkältungszeit. Der Tee bietet Schutz für den Magen– und Darmbereich und unterstützt beim Aufbau des Immunsystems.
Tee* hilft bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum (z.B. bei eitrigen Mandeln), tötet Bakterien, Parodontose, Karies. Dafür täglich mehrmals gurgeln – hilft dem Zahnfleisch und Zähnen.
Bei Neurodermitis verwendet man den Tee äußerlich für Waschungen und trinkt auch den Tee regelmäßig. Die Pflanze kann auch schon bei kleinen Kindern angewendet werden, z.B. bei Windeldermatitis.
Bei Genitalerkrankungen kann man die Heilung durch Sitzbäder unterstützen.
Am besten brüht man sich einen Tee und trinkt diesen vorbeugend gegen Erkältung. Den Tee ca. 10 Minuten ziehen lassen. Verwendet werden alle oberirdischen Teile der Pflanze. Als Faustregelt gilt: Mindestens 3 Wochen trinken damit die Wirkung eintritt und höchstens 3 Monate. Danach sollte man wieder auf ein anderes Kraut wechseln. Der Tee kann sowohl innerlich als auch äußerlich angewendet werden.
Erhältlich ist das Kraut entweder in der Apotheke oder online*. Ansonsten ist es in den Geschäften eher schwer zu finden.

Verwendung
Bei Hallschmerzen und zum Schutz vor Ansteckungen lutscht man täglich ein Zistrosenbonbon. Du kannst Lustschpastillen entweder selbst herstellen: Starken Sud aus dem Kraut* (die Graubehaarte Zistrose ist die heilstärkste) ansetzen und 10 Minuten zugedeckt köcheln, dann abseihen und gleiche Menge an Zucker wie jetzt noch Sud übrig ist dazugeben und 30 Minuten auf kleiner Flamme einkochen. Danach entweder auf Backpapier tröpfeln und vor dem Erhärten zu runden Bonbons füllen oder gleich in ein Form einfüllen. Mit Puderzucker bestreuen, damit die Bonbons nicht aneinanderkleben.
Du kannst dir auch fertige Zistrose-Lutschpastillen kaufen*.
Zistrosen Sirup
Wird aus den Triebspitzen, Blüten und Blättern hergestellt und dient dem Zellschutz und der Stärkung der Abwehrkräfte. Eine Handvoll Zistrosenkraut* mit 250ml Wasser abkochen und 150g Honig verrühren (eventuell noch 1 Zimtstange zerkleinern und mitköcheln), nochmals aufkochen und abkühlen lassen. Erwachsene nehmen täglich 6 EL des Krauts und Kinder 3 Esslöfel.
Kosmetik
Als Deo hilft ein starker Absud bei Schweißfüßen und eignet sich für die Achselhöhlen aufgrund der antibakteriellen und pilzhemmenden Wirkung.
Das Harz der Zistrose findet sich auch in diversen Salben der Kosmetikindustrie gegen Akne, schlaffe Haut und Falten wieder. Aufgrund der hohen Polyphenolwerte durch welche neues Kollagen im Körper entsteht, wird sie vor allem in Salben zur Faltenminimierung und gegen schlaffe Haut verwendet.
Außerdem kannst du dir Zistrosen-Shampoo und -seife herstellen, die eine sehr pflegende Wirkung haben und bei juckender Kopfhaut helfen.
Weihrauchersatz
In Griechenland wird das Harz der Zistrose noch ganz traditionell geerntet: Zu Mittag bei größter Hitze wird mit stoffbespannten Rechen durch die Felder gegangen. Das Harz bleibt auf dem Stoff kleben und wird abgesammelt. In der Kirche wird es dann als Weihrauchersatz verwendet.
Räuchern
Das gesammelte Harz auf den Blättern kann als Weihrauchersatz geräuchert werden.
Zeckenschutz
Noch nicht komplett erforscht, aber es gibt kleine Studien die besagen, dass die Zistrose eine keimtötende und antivirale Wirkung bei Zeckenbissen und Borreliose hat. Bei Tieren und Menschen wurden z.B. kleine Studien durchgeführt, wo sich herausgestellt hat weniger Zeckenbefall passierte, wenn man die Zistrose einnahm.
Hauterkrankungen
Die Zistrose ist die europäische Pflanze mit den höchsen Polyphenolwerten und hilft daher als Vorsorge gegen Krankheitserreger und Entzündungen im Körper.
Duftöl
Zistrose als Duftöl versprüht ein würziges Honigaroma
Hat eine stark zusammenziehende Wirkung und reinigt die Haut. Ist vor allem bei entzündeter oder fettiger Haut geeignet. Verwendet werden kann die Tinktur* wie Gesichtsmilch mit einem Wattepad – etwas Rosenwasser dazu sorgt für einen wunderbaren Duft und tut der Haut gut.
Wenn du es nicht eilig hast, kannst du die Tinktur entweder selbst herstellen oder online kaufen*.
Wundpaste / Zistrosencreme
Diese Creme beruhigt empfindliche und irritierte Haut – z.B. bei wunden Schnupfnasen und hilft auch bei Akne, entzündeter und fettiger Haut und kann Ekzeme lindern.
Dafür 70ml Öl, 7g Bienenwachs, 10g Lanolin und 6g Sheabutter erwärmen, etwas abkühlen lassen und 40ml der Zistrosen-Tee* unter ständigem Rühren in die Ölphase gießen. Kurz bevor die Creme komplett abkühlt, gibt man noch 6 Tropfen ätherisches Zistrosenöl dazu.
Eine gute Alternative zum selber herstellen ist die Creme von Dr. Pandalis*.
Interessantes
In Ägypten und Griechenland wurde früher das Harz mithilfe von Ziegen gesammelt. Diese wurden durch die Sträucher getrieben und danach wurde das Harz entweder abgekämmt oder die Ziegenbärte wurden abgeschnitten und gekocht um an das heilsame Hartz zu gelangen.
Mehr Infos zur Zistrose findet ihr im Buch „Wunderpflanze Zistrose“* von Christopher Weidner wo es fast 100 Seiten Infos rund um die Zistrosenpflanze gibt .
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Quellen:
Landapotheke, Ausgabe 2-2015
- „Die Kräuter in meinem Garten“, Siegrid Hirsch & Felix Grünberger*
- Träder J. M. (2020). Antivirale Eigenschaften des Cystus Pandalis®
Extrakts auch bei SARS-CoV-2 nachgewiesen. Fraunhofer Institut für
Zelltherapie und Immunologie, Leipzig. Institut für Allgemeinmedizin,
Universität zu Lübeck - K. Droebner et al. (2007). CYSTUS052, a polyphenol-rich plant extract, exerts anti-influenza virus activity in mice
- G. Wittpahl et al. (2015).The Polyphenolic Composition of Cistus incanus Herbal Tea and Its Antibacterial and Anti-adherent Activity against Streptococcus mutans
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