Beim Spazierengehen am Flussufer habe ich eines der perfekten Wildkräuter für meine Wintermedizin gefunden: Das Mädesüß (Filipendula ulmaria)
Wieso ist es das perfekte Winterkraut und wo kannst du auch Mädesüß in deiner Umgebung finden?
Lies hier mehr:
Inhaltsverzeichnis
- Volksnamen
- Blüte- und Sammelzeit
- Wo finde ich das Mädesüß?
- Wie erkenne ich das Mädesüß?
- Verwechslungsgefahr
- Vermehrung
- Inhaltsstoffe
- Wirkung – was ist so besonders am Mädesüß?
- Wie bewahre ich das Mädesüß auf?
- Wofür kann ich das Mädesüß verwenden? – Rezepte mit Mädesüß
- TCM
- Erwähnenswert ist der Geschmack
- Vergessenes
- Achtung
Volksnamen
Spierstaude, Wiesenkönigin, Wiesengeißbart, Rüsterstaude, Wilder Flieder
Man geht davon aus, dass der Name „Mädesüß“ vom deutschen Wort „Met“ kommt, also Metsüß. Die Blätter wurden früher Met hinzugefügt und sorgten für den tollen Honigduft.
Das Mädesüß ist ein eher untypisches Rosengewächs (Rosaceae) und ist an Bachufern und Feuchtwiesen zu finden. Wieso untypisch? Naja, zu den Rosengewächsen zählen halt vorwiegend Rosen! Das Mädesüß ist mehrjährig und kann sogar bis zu 1 Meter hoch werden!
Blüte- und Sammelzeit
Das Echte Mädesüß blüht von Juni bis September und dies ist auch die Zeit wo man die Pflanze sammelt. Gesammelt werden vor allem die Blüten, Blätter und Wurzeln können auch verwendet werden.
Wo finde ich das Mädesüß?
Das Mädesüß liebt feuchte Böden – du findest es an Bach- und Flussufern und in feuchten Wiesen und Gräbern. Zu finden ist es auf sehr sonnigen Stellen oder im Halbschatten – wichtig ist auf jeden Fall viel Sonne.

Wie erkenne ich das Mädesüß?
Blüten
Die Blüten sind weiß bis gelblich und duften wunderbar nach Honig. Diese öffnen sich gruppenweise am Blütenstand und sind 6 bis 9 mm klein. Jede Blüte halt viele lange Staubblätter.
Blätter
Die Blätter erinnern stark an die Ulme: Diese sind gefiedert und wechselständig. Die Blattunterseite ist leicht behaart und meist gibt es zwei bis fünf Fiederpaare mit großen und kleinen Teilblättern.
Die Grundblätter bilden eine Rosette und je weiter man nach oben des Stängels entlangsieht, umso kleiner werden die Blätter.
Stängel
Der Stängel ist aufrecht, kantig und oft rot / rotbraun überlaufen. Der Stängel ist nur oben verzweigt.
Verwechslungsgefahr
Das Echte Mädesüß hat keine giftigen Doppelgänger – einzig verwechseln kann man es mit dem Kleinen Mädesüß, auch knolliges Mädesüß genannt (Filipendula vulgaris). Das Kleine Mädesüß wächst im Gegensatz zum Echten Mädesüß auf trockenen Stellen wie am Halbtrockenrasen, Gebüschen, Waldränder, lichte Wälder und hat meist mehr Fiederpaare.
Die Kronblätter sind außen oft rötlich. Generell ist das Kleine Mädesüß sehr selten anzutreffen.
Verwendet wird das Kleine Mädesüß genauso wie das Echte Mädesüß. Das frische Kraut ist aufgrund der Glykoside jedoch schwach giftig.
Vermehrung
Wenn du dir zuhause Mädesüß pflanzen willst, suchst du dir feuchten Böden – sehr gut eignet sich zum Beispiel Gartenteichrand.
Du kannst die Pflanze entweder durch Stecklinge im Frühjahr pflanzen oder durch Teilung im Herbst bis März.
Die Pflanze ist winterhart und mehrjährig.
Inhaltsstoffe
Gaultherin, Salicylsäure, ätherisches Öl, Heliotropin, Vanillin, Terpene, Gerbstoffe, Schleim, Flavonglykoside
Wirkung - was ist so besonders am Mädesüß?
Es enthält Salicin und wird im Köper zu Salicylsäure umgewandelt. Salicylsäure kennt der ein oder die andere durch Aspirin – das synthetische Ebenbild vom Mädesüß.
Die ersten bekannten Quellen von Salicylsäure waren die Rinde der Weide und die Blütenknospen des Mädesüß. Der Name Aspirin (Spiraeae) bezieht sich auf das Mädesüß. Deren Drogenname lautet Spiraeae flos. herba.
Aufgrund desselben Inhaltsstoffes wie Aspirin (in den Pflanzen natürlich in weit geringerer Menge vorkommend als wie beim synthetischen Aspirin) hilft es bei typischen Winterkrankheiten. Hierfür eignet sich vor allem ein Tee aus den Blüten*, da diese die meisten Salicylsäureverbindungen und Gerbstoffe in sich tragen.
Fieber, Erkältungen, Gliederschmerzen, Grippe, ist schmerzlindernd, hilft beim Schwitzen und wirkt antibakteriell und entzündungshemmend. Darüber hinaus kannst du es verwenden bei Regel- und Kopfschmerzen, Migräne, Blasenleiden, Krämpfen und es wirkt harntreibend und blutstillend. Desweiteren kann es als Wurmkur bei Darmparasiten verwendet werden.
Als Blutreiningungsmittel kann man bis zu 4 Tassen Tee* täglich trinken. Man wird dadurch öfter das WC aufsuchen müssen, was darauf hindeutet das vermehr Körpergifte ausgeschieden werden.
Hildegard von Bingen verwendete die Blüten vom Mädesüß bei Husten und Rheuma. Eine Kombination aus Mädesüßblüten, Melisse und Eibisch soll bei Magenübersäuerung und Gastritis helfen.
Ein Aufguss aus den Sprossen soll bei Blasenbeschwerden, Nieren und schmerzenden, rheumatischen Gelenken helfen.
Also ein ideales Kraut für den Wintervorrat*!

Wie bewahre ich das Mädesüß auf?
Du pflückst die oberen Teile der Pflanze sobald alle Blüten offen sind und hängst die Blüten am besten Kopfüber im Halbschatten auf und lässt sie trocknen. Darunter breitest du ein Tuch aus um auch die abgefallenen Blüten einzufangen.
Danach kannst du die vollständig getrocknete Pflanze in Glasbehälter füllen und dort aufbewahren.
Wofür kann ich das Mädesüß verwenden? - Rezepte mit Mädesüß
Sirup
Das gesündeste Sirup wird aus dem Mädesüß gemacht! Das Sirup könnt ihr ähnlich dem Waldmeistersirup herstellen. Je mehr Blüten ihr verwendet, desto intensiver wird der Geschmack. Empfehlen würde ich ca. 3 Handvoll Blüten als Grundmenge. (Nicht zu viel, da sonst der Geschmack medizinisch wird)
Getränk
Frische Mädesüßblüten mit einem Schuss Zitrone in eine Karaffe mit Wasser geben und mehrere Stunden ziehen lassen. Schmeckt herrlich erfrischend.
Suppe
Die jungen Blätter kann man von April bis Juni in Kräutersuppen genießen. Die Wurzeln eignen sich in geringen Mengen auch für Suppen und kann zum Kochgemüse dazugegeben werden.
Kräuteressig
Essig mit Mädesüßblüten sorgt für einen süßlichen Geschmack.
Tinktur*
Damit sich das Salicin herauslöst verwendet man mindestens 20%- bis 60%igen Alkohol und übergießt die Blüten für mindestens 4-6 Wochen damit. Das Glas sollte locker mit den Blüten gefüllt sein und täglich geschüttelt werden! Bei akuten Schmerzen können 20 Tropfen stündlich eingenommen werden.
Eine Tinktur aus Mädesüß hilft auch bei Hautunreinheiten, Pickeln und trockener Haut.
Das Kraut in 70%igem Alkohol ansetzen und 10 Tage stehen lassen. Danach mit Wasser verdünnt (2:1) auf einen Wattebausch geben und die jeweilige Stelle damit betupfen oder die Tinktur direkt auf die betroffene Stelle geben. (Nicht anwenden in der Schwangerschaft oder natürlich bei Alkoholproblemen). Ihr könnt euch auch eine bereits fertige Tinktur online kaufen*.
Blütenzucker
Die Blüten werden getrocknet und mit Zuckerverrieben – das gibt einen herrlichen Duft!
Tee*
Wichtig hier: Eine Teekur* sollte nicht länger als 6 Wochen dauern – wie mit allem im Leben gilt: Alles mit Maß und Ziel. Auf zu lange Dauer angewendet, können viele Kräuter schädlich für den Körper werden.
Für den Tee* die Pflanze mit kochendem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen. Am meisten Salicylsäureverbindungen und Gerbstoffe enthalten die Blüten!
Die in der Natur gesammelten Kräuter enthalten im Vergleich zu den in Apotheken gekauften Kräutern unterschiedliche Anteile an hilfreichen Inhaltsstoffen. In den Apotheken ist im Vergleich zur Natur alles genormt. Desweiteren ist die Dosis an Salicylsäure die durch das Mädesüß im Körper umgewandelt wird weit von der Dosis von Aspirin entfernt – deshalb erzielt man nicht eine sofortige Wirkung, sondern muss das Kraut über einen gewissen Zeitraum einnehmen.
Bier und Wein
In England wird selbst heute noch Mädesüß Bier und Wein hinzugefügt um es mit dem Aroma zu verfeinern. Ihr könnt auch selbst ein Bier aus Mädesüß herstellen – dafür erstellt ihr einen Kräutersud aus der Pflanze, vermischt diesen mit Zucker, Zitronen und Weinstein und gebt dann nach Anleitung Bierhefe dazu.
Fußbäder / Kompressen
Bei geschwollenen Beinen und Füßen hilft ein starker Teeauszug* aus dem Kraut*. Außerdem hilft ein Fußbad mit Mädesüß auch bei Fieber.
Zuckerersatz
Als Zuckerersatz in Getränken eignet sich das Mädesüß hervorragend – du musst jedoch etwas mit der Dosierung experimentieren, da der Geschmack von süßlich nach arzneilich schnell kippen kann. Je nach Standort variiert der Süßegrad der Pflanze.
Farbstoff
Aus den Wurzeln kann man schwarzen Farbstoff herstellen, während Blätter und Stängel blaue Farbtöne liefern. Aus den Blüten ergibt sich ein helles Grün.
Kosmetik
Eine porenverkleinernde Lotion kann aus einer Mischung aus Hamameliswasser und dem Kräutersud*aus Mädesüß hergestellt werden.
Du kannst dir Sauerhonig (auch Oxymel) auf Vorrat herstellen und zu dir nehmen wenn du dich fühlst. Ein tolles Rezept dafür hat Doris von „Mit Liebe gemacht“ für dich.
TCM
Laut der Traditionellen Chinesischen Medizin hat das Mädesüß eine kühle Wirkung und wird den Organen Magen, Dickdarm, Leber, Niere und Gallenblase zugeordnet. Das Mädesüß bewegt das Leber-Qi und soll bei zähem Schleim helfen. Es wirkt kühlend und wird für dieselben Leiden wie in Europa verwendet.
Erwähnenswert ist der Geschmack
Von Pflaster bis zu Honig habe ich schon alles gehört – der Geschmack ist auf jeden Fall einzigartig und es Wert probiert zu werden!
Wichtig hier: Nicht zu viel von der Pflanze verwenden, da der süßliche Honiggeschmack dann schnell umschwenkt zu einem sehr medizinischen Aroma. Das heißt hier musst du etwas herumexperimentieren bis du richtige Menge für dich herausgefunden hast.
Vergessenes
Früher wurde Mädesüß aufgelegt wenn jemand von einem Tier mit Tollwut gebissen worden ist. Imker rieben das Innere von Bienenstöcken mit Mädesüß ein um es den Bienen gemütlicher zu machen.
Die Blüten wurden früher Met zugesetzt um den Geschmack abzurunden und auch als Gewürz verwendet.
Achtung
Nebenwirkungen: Bitte pass auf beim Dosieren von Mädesüß und bei der Dauer, die du dieses Kraut einnimmst: Zu viel Salicylsäure kann zu Übelkeit und Kopfschmerzen führen!

Ich freu mich über eure Kommentare, Tipps und Anregungen zu dieser tollen Pflanze 🙂
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Schon wieder was gelernt. Dein Blog ist so cool!
Der Name Aspirin kommt übrigens von der Pflanze, die vormals als als Spirin bekannt war 🙂