Die Brennnessel – Wissenswertes über die Heilpflanze & Rezepte

Die heutige Pflanze des Monats ist mein absolutes Lieblings-Wildkraut: Die Brennnessel. Von vielen gefürchtet und gemieden bis man über die Wirkung des Unkrauts Bescheid weiß. Also alle die etwas Gutes für Haut, Haar und Nägel tun wollen nun gut aufpassen:

Inhaltsverzeichnis

Volksnamen

 Volksnamen sind Donnernessel, Gichtrute, Haarnessel, Nettel, Heiternessel, Tausendnessel, Feuerkraut und Hanfnessel.

„Urtica“ stammt vom lateinischen Wort „urere“ brennen und „dioicus“ steht für die Zweihäusigkeit der Pflanze. (Das heißt, es gibt sowohl männliche, als auch weibliche Pflanzen). Das Wort „Nessel“ leitet sich vom germanischen Wort „nezze“ ab und steht für Zwirn, da früher die Stängel zu Gewebe verarbeitet wurden. Sie gehört zu der Familie der Brennnesselgewächse.

Unterscheidung

Man unterscheidet zwischen der großen und kleinen Brennnessel (Urtica dioica und Urtica urens). Die große ist mehrjährig während die kleine nur einjährig ist.

Erkennen

Blätter

Sind gegenständig, bis zu 10cm lang zugespitzt und grob gesägt.

Stängel

Ist aufrecht, unverzweigt und kantig.

Große Brennnessel (Urtica dioica)

  • Mehrjährig
  • Zweihäusig (es gibt eigene männliche und weibliche Pflanzen)
  • Kann bis zu 1m hoch werden
  • Blattgrund ist herzförmig
  • Ein deutlich 4-kantiger Stängel

Kleine Brennnessel (Urtica urens)

  • Einjährig
  • Einhäusig (männliche und weibliche Blüten befinden sich auf demselben Zweig)
  • Wird ca. 20-50cm hoch
  • Blattgrund ist schmal

Samen

Sind grünbraune Nüsschen, die sowohl an weiblichen, als auch auf männlichen Pflanzen zu finden sind. Unterscheiden kann man männliche und weibliche Nesseln durch die Üppigkeit der Samenn:
Weibliche Pflanzen tragen im Sommer meist sehr viel mehr Samen als der männliche Part.

Die Samen der großen Brennnessel mit einem männlichen Fruchtstand wachsen in aufrechten Rispen in den Blattachseln, während die weiblichen Samen nach der Bestäubung herunterhängen.

Verwechslungsgefahr

Verwechseln kann man die große und kleine Brennnessel, die gleich verwendet werden können. Eventuell besteht eine Verwechslungsgefahr mit der Taubnessel, die jedoch nicht giftig ist und ebenfalls essbar (Blätter vor der Blüte und die Blüten selbst).

Blüte- und Sammelzeit

Die Blütezeit ist von Juni bis September.

Gesammelt werden beide von Frühjahr bis Herbst wo man sich im Frühjahr und Sommer von den Blättern über die Samen bis zur Wurzel im Herbst hinarbeitet.

Gesammelt wird das gesamte Kraut:

  • Blätter (März bis Oktober)
  • Samen (grüne Samen: Juni bis Juli; reife Samen: August)
  • Wurzel (März oder Oktober)

Am besten du schneidest das ganze Kraut ab und hängst es Kopfüber im Halbschatten zum trocken auf. Danach kannst du die Blätter abstreifen und in Papier- oder Stoffsäckchen aufbewahren.

Die Wurzeln kannst du zum Beispiel im Ofen bei 40 Grad trocknen und danach in einem Glasgefäß aufbewahren

Brennnessel Infografik

Wo finde ich Brennnesseln?

Das tolle an der Brennnessel: Sie wächst überall!

An Zäunen, Schuttplätzen, feuchten Wäldern, Waldrändern, Ufer, Ödland und an Grabenrändern – oft in der Nähe von Häusern. Sie hat keinen besonderen Anspruch an den Boden und wächst in der Sonne als auch im Halbschatten. Das heißt, dass die Brennnessel selbst in Städten leicht zu finden und weltweit verbreitet ist.

Die Brennnessel wächst oft auf Gebieten, die der Mensch zuvor zerstört hat oder wo Müll abgelagert wird. Sie heilt den Boden indem sie den überflüssigen Stickstoff aus dem Boden umwandelt und mit den langen Wurzeln die Erde zu Humus aufbereitet. Demnach ist sie ein typischer Stickstoffzeiger.

Vermehrung

Die Pflanze säht sich selbst aus und kann durch Wurzelteilung vermehrt werden.

Die Pflanze ist ein Windbestäuber, das heißt: Die Stabblätter an der männlichen Pflanze stehen unter Spannung, bereits bei kleinen Luftzügen explodieren die reifen Samen.

Warum brennt die Brennnessel bei Berührung?

Brennen tut die Brennnessel, weil in den Brennharen Histamin, Acetylcholin und Brennnesselgiftstoff (Inhaltsstoffe sind noch nicht komplett erforscht) enthalten sind. Ameisensäure kommt in der Brennnessel nur sehr wenig vor.

Bei der Berührung der Brennhaare bricht der Kopf des Brennhaares bei der Sollbruchstelle ab, bohren sich in die Haut und die Giftstoffe werden wie eine Nadel in den Körper injiziert. Die Brennhaare sind nur wenige Millimeter lang

Personen mit Intoleranz gegenüber Histamin sollten bei Brennnesseln vorsichtig sein!

Falls du „genesselt“ worden bist, zerquetscht du Ampferblätter und legst diese auf die betroffene Stelle!

Wie sammle ich richtig Brennnesseln?

Ein kleiner Tipp: Wenn man an der Blattunterseite gegen die Ausrichtung der Brennhaare streift (also von hinten nach vorne), wird man nicht gepikst!

Hier findest du noch Tipps wie man das Wildkraut sammelt ohne sich zu verbrennen.

Brennnessel-Kraeuterzimmer-Verwendung-Heillkraut

Inhaltsstoffe

Die Brennnessel ist vor allem reich an Flavonoiden. Was ist das werdet ihr jetzt sagen? Flavonoide haben im allgemeinen antioxidative Eigenschaften und dienen somit als Radikalfänger. Nicht schlecht! Außerdem enthalten Sie Vitamin A, B2, B5, C, E und K!

Blätter und Kraut

Flavonoide, Chlorophyll, Kaffeesäureester, Scopoletin (beeinflusst die Blutgerinnung), Vitamine (A, B2, B4, C, E, K, Carotinoide), Mineralstoffe (Magnesium, Eisen, Kalium, Silicium, Natrium), Kieselsäure, Ameisen- und Essigsäure

Brennhaare

Amine (Acetylcholin, Histamin und Serotonin)

Wurzeln

Beta-Sitosterol, Lignane, Lectine, Polysaccharide, Scopoletin (Cumarin), Gerbstoffe, Phytosterole, Urtica-Agglutinine

Früchte / Sammen

Schleim, Proteine, Vitamin E, fettes Öl mit hohem Gehalt an Linolsäure, Phytohormone

Brennnessel vs. Spinat

Oft wird die Brennnessel als Spinatersatz verwendet und das aus gutem Grund. Die Brennnessel schlägt den Spinat in allen Belangen: Das Unkraut enthält weit mehr Kalzium, Magnesium, Eiweiß, Vitamine und Eisen als Spinat!

Wirkung

Abgesehen davon, dass die Brennnessel gut schmeckt, hilft sie auch noch bei Allerlei Wehwehchen. Bei Erschöpfung oder bei der Frühjahrsmüdigkeit peppt es den Körper wieder auf. Das Haarwachstum wird gefördert durch den hohen Kieselsäureanteil der in der Pflanze enthalten ist. Das Unkraut entgiftet und hilft demnach überaus bei Gicht: Durch die Tatsache, dass die Brennnessel Harnsäure ausscheidet unterstützt sie Rheumakranke (vor allem während der Blütezeit), bei Übersäuerung und ist überdies krampflösend und entzündungshemmend. Die Brennnessel schützt Gelenkknorpel vor dem Voranschreiten von Knorpelstörungen.

Für Gelenkswirkungen eignet sich die Brennnessel gekocht besser als roh. Wenn man die Kieselsäure der Pflanze aufnehmen möchte, muss man diese Abkochen damit sich die Säure löst.

Überdies wirkt sie hautreizend, blutbildend, stoffwechselanregend, durchfallhemmend, blutdrucksenkend, schleimlösend, wassertreibend, stärkend, blutreinigend und cholesterinsenkend. Man nimmt sie vorbeugend für Nierenerkrankungen (zusätzlich viel Trinken ist dabei sehr wichtig!) und hilft bei Harnwegsinfektionen und bei Prostatavergrößerung: Man scheidet mehr Harn aus was zur Senkung der Restharnmenge beiträgt.

Samen

Als Potenzmittel sollen 3-mal täglich 1 Teelöffel gemahlene Samen mit Wasser und Honig helfen. Darüber hinaus helfen sie bei Erschöpfungszuständen, in den Wechseljahren, im Wochenbett vor und nach der Geburt, in der Rekonvaleszenz, bei Frühjahrsmüdigkeit und nach Infektionskrankheiten.

Die Samen wirken generell vitalisierend. Du kannst diese entweder im Sommer sammeln oder online kaufen.

Wurzel

Die Wurzel wirkt durch die enthaltenen Isolektine krampflösend, entzündungshemmend, ausgleichend auf das Immunsystem und hilft bei einer Reizblase und häufigem urinieren.

Kraut

Das Kraut selbst hilft vor allem bei der Ausleitung von Giftstoffen, bei Erschöpfung und zur Durchspülung der Harnwege. Im Frühjahr (März / April) sammelt man noch das ganze Kraut, während man später nur noch die oberen Blätter und Triebspitzen pflückt. Ältere Blätter können nämlich beim Kochen einen unangenehmen Fischgeruch entwickeln.

Die Blätter können im Sommer getrocknet und in Gläsern aufbewahrt werden um auch im Winter von der Kraft der Pflanze zu profitieren oder du besorgst diese online.

Blutreinigung

Hipppokrates verwendete die Brennnessel zur Blutreinigung und heute ist es wissenschaftlich nachgewiesen, dass die Brennnessel der Blutreinigung dient. Die Pflanze hilft bei der Vermeidung von Blutarmut und Eisenmangel und ist ein Vitalisierungsmittel für Leber, Bauchspeicheldrüse, Magen, Darm und Galle.

Eisenpflanze

Die Brennnessel ist unsere wichtigste heimische Eisenpflanze. Mit der Brennnessel wird Eisen in einer für den Körper leicht abbaubaren Art bereitgestellt.

Brennnessel-Inhaltsstoffe-Kraut

Verwendung

Brennnesselsaft

Dieser wird aus der gesamten Pflanze mitsamt den Stängeln hergestellt – entweder du verwendest einen Entsafter oder du stellst einen Pflanzenbrei her und presst diesen durch ein Tuch. Selbst hergestellter Saft ist leider nur ca. 2 Tage haltbar.

Brennnesselkur

Hierfür verwendet man am besten den Pflanzensaft, der deutlich nach Metall schmeckt. Der Grund: Die Pflanze hat einen sehr hohen Eisengehalt. Ideal als Frühjahrskur um den Körper wieder in Schwung zu bringen.

Wenn man eine Kur mit dem Frischsaft macht, sollte man vorsichtig mit 3 Esslöffel beginnen und diese in Wasser, Milch oder Tee verrühren. Dann kann man langsam die Dosis langsam steigern, da der Körper ansonsten mit Durchfall und Erbrechen reagiert. Die Dauer sollte maximal 3 Wochen sein.

Wer keinen Frischsaft selbst herstellen kann, der greift zu Biosäften.

Eine Kur lässt sich auch mit Brennnesseltee machen: Dafür 2x täglich eine Tasse Tee über 3 Wochen lang trinken. Dies kurbelt den Stoffwechsel an und entschlackt den Körper.

Tinktur

Diese wird aus Blättern hergestellt mit 45% Ethanol und äußerlich angewendet. Zum Beispiel bei der Frühjahrskur. Eine Tinktur aus den Wurzeln verlangt 70%igen Alkohol und hilft bei der Vorbeugung von Reizblasen und Prostatabeschwerden.

Vollbäder

Ein wöchentliches Vollbad mit Brennnessel-Absud fördert die Durchblutung. Früher wurden nicht nur Vollbäder im Absud der Pflanze genommen, sondern man peitschte Körperteile regelrecht mit den Nesseln aus um Schlacken und Giftstoffe aus dem Körper zu entfernen.

Tee

Bei Frauen mit Unterleibsproblemen empfiehlt es sich regelmäßig Tee zu trinken oder Tee-Kompressen auf das Unterleib zu legen. Dafür gibt man das Kraut in kochendes Wasser und lässt es weitere 5 Minuten köcheln. Hier ein ausführlicher Bericht für dich über den Brennnesseltee.

Bei Schüttelfrost oder Kälte, sowohl bei Magen- und Darmbeschwerden, Gelbsucht und Hämorrhoiden hilft eine Tasse Brennnesseltee.

Vorsicht: Bei Herz- oder Nierenproblemen und Wassereinlagerungen im Gewege sollte man keinen Brennnesseltee trinken.

Wichtig jedoch wie bei allen Pflanzen: Diese nicht über einen langen Zeitraum trinken, da sonst sowohl die Wirkung abnimmt, als sich die Einnahme auch negativ auf den Körper auswirken kann. Die Dosis macht das Gift. Daher nach einer Kur eine Pause einlegen – danach kann man wieder beginnen.

Pulverisierte Wurzeln

Die pulverisierte Wurzel der Brennnessel soll bei Blasen- und Nierensteinen helfen. Dafür nimmt man eine Messerspitze Wurzelpulver entweder pur oder in Weißwein oder Tee, zu sich.

Küche – Mein Lieblingsbereich

Brennnesselsamen können aufs oder ins Brot gestreut werden, als Pulver zu Müslis, Joghurts, über Suppen gestreut oder Gemüsespeisen verzehrt werden. In den Salat können sie auch gestreut werden.

Eine Panade aus Brennnesselsamen habe ich auch schon einmal gemacht – ich würde hier aber eine Mischung aus Semmelbrösel und Brennnesselsamen empfehlen, da der Geschmack ansonsten zu sehr an Heu erinnert.

Noch junge Blätter können als Spinatersatz zubereitet werden. Dafür gibt man diese in z.B. einen Leinensack und walkt mit einem Nudelwalker über den Sack damit die brennenden Härchen abfallen und wäscht die Nesseln unter fliesendem Wasser. Danach blanchiert man diese oder bereitet sie genauso wie Spinat zu.

Brennnesseln eigenen sich auch für Salate (Achtung: Brennhaare zuerst entfernen!), Omelettes, grüne Gnocchi, grüner Nudelteig, Brennesselbutter, Brennnesselchips, Soßen, Brennnesselspinatknödel, Spätzle, Kartoffelgratin, grünes Kartoffelpüree, Brennnessel-Quiche oder Kräutersaucen.

Brennnessel-Risotto schmeckt wunderbar: Dafür Brennnesselblätter klein schneiden, dünsten und dem Risotto dazugeben. Brennnesselaufstrich ist auch einer meiner Favoriten!

Kosmetik

Brennnesselwasser hilft dir um eine gesunde Kopfhaut zu erlangen. Blätter und Wurzeln klein schneiden und mit Apfelessig ansetzen. Dieses Gemisch 3-4 Wochen auf einem sonnigen Platz stehen lassen, danach filtern. Kopfhaut täglich damit einreiben, hilft bei Schuppen.

Papier

Aus den Stängeln der Pflanze kann man Papier Herstellen: Man zerstoßt diese dafür und stellt einen Brei aus Wasser und Ätznatron her (Achtung: Nicht einatmen und nur mit Gummihandschuhen anfassen!!). Nach dem Einweichen, gießt man das Wasser ab, mixt die Masse, legt sie auf, drückt sie aus und lässt sie trocknen.

Textilindustrie

Wenn man mit einem starken Sud der Nessel färbt, erhält man eine graugrüne Farbe. Damit kannst du Wolle, Baumwolle und Seide färben.

Bis ins 18. Jahrhundert war die Brennnessel eine wichtige Faserpflanze und daraus wurden Stoffe, Netze und Stricke hergestellt.
„Der Stoff ist reißfester als Hanf, feiner zu verweben als Baumwolle, erreicht den Glanz von Seide und im angerauten Zustand hat es die wärmenden Eigenschaften von Wolle.“

Tierheilkunde

In der Tierheilkunde wird die Pflanze auch großgeschrieben! Bei Pferden werden Samen ins Futter für mehr Kraft gemischt. Bei Hunden und Katzen kann man getrocknete Blätter unter das Futter für glänzendes Fell mischen.

Kühe sollen mehr Milch geben, wenn diese über den Winter Trockenbüschel zum fressen erhalten und Hühner legen mehr Eier, wenn man Samen in deren Futter mischt. Bei Gänsen und Enten ist die Pflanze unverzichtbar!

Über 70 verschiedene Insektenarten leben von der Brennnessel, dazu zählen: Raupen, Tagpfauenauge, C-Falter, Admiral, Nesselhöckereule, Landkartchenfalter.

Der Klassiker schlechthin – Brennnessel-Jauche

Eine Brennnesseljauche ist ein toller Dünger und hilft bei Blattläusen. Dafür übergießt man einen Kübel Brennnesseln (ohne Samen!) mit Wasser und lässt dies 2-3 Wochen gären. Dann im Verhältnis 1:10 verdünnen und Pflanzen damit gießen – ist auch eine tolle Starthilfe für den Kompost und macht die Pflanzen widerstandsfähiger gegen Schädlinge und Pilze, unterstützen das Wachstum, verbessern den Boden und steigern den Erteertrag. Stinkt aber fürchterlich!!

Regenwürmer lieben verrottete Brennnesseln und wenn man die Pflanzen zwischen Kräuter pflanzt, verstärken sie das Aroma der Kräuter. Wie toll ist das bitte?

In Frankreich war das düngen mit Brennnesseln sogar eine Zeit lang verboten, da Brennnesseln kein offiziell zugelassenes Düngemittel waren. Die Strafen waren sehr hoch, aber zum Glück ist dies nicht mehr der Fall!

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Wie muss ich die Brennnessel zubereiten damit ich sie essen kann?

Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten:

  1. Du kannst die Nesseln in einen Leinensack geben und dann mit dem Nudelwalker drüberwalken um die Haare zu brechen – danach wäscht du diese unter fließendem Wasser.
  2. Du wäscht diese gleich unter einem starken Wasserstrom – dadurch brechen die Härchen auch ab.
  3. Du überbrühst die Blätter kurz mit kochendem Wasser

Was sagt Hildegard von Bingen?

„Ein Mensch, der gegen seinen Willen vergesslich ist, nehme die brennende Nessel und zerstoße sie zu Brei, setze diesem darauf etwas Öl zu, reibe, wen er zum Schlafen geht, seine Brust und seine Schläfen damit kräftig ein. Tue dies wiederholt und die Vergesslichkeit bei ihm wird abnehmen. Die scharfe Wärme der brennenden Nessel und die Wärme des Baumöls regen die zusammengezogenen Gefäße an, die bei wachem Bewusstsein etwas schlafen.“

TCM

Laut der Traditionell Chinesischen Medizin, haben die Blätter eine kühle thermische Wirkung und sind den Organen Leber, Lunge, Milz und Blase zugeordnet. Die Pflanze soll Lungen-Feuchtigkeit vertreiben und das Leberblut nähren.

Aus dem Nähkästchen

Im Mittelalter war Nonnen und Mönchen der Verzehr von Brennnesselsamen verboten, da sie eine vitalisierende und erregende Wirkung haben.

Also dann – rein in die Nesseln 🙂

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Zuckerfreier Brennnesselsaft

Vitaminwasser liegt ja gerade voll im Trend – wieso nicht mal mit Kräutern anstatt Früchten trinken? Und wieso nicht gleich mit der BRENNnessel? Da hab ich ein Trendgetränk gleich zur Mutprobe umgestaltet! Hah!

Nein – Brennen tut es gar nicht, und gesund ist es überdies auch noch gleich dazu. Dieses Rezept ist ideal für diejenigen geeignet die mehr Geschmack in ihrem Wasser möchten oder einfach nicht ohne die zuckerhaltigen Getränke leben kann.

Brennnessel
Urtica dioica

Die Brennnessel ist eine tolle Heilpflanze und reich an  Vitamin A, B2, B5, C, E, K, Kieselsäure, Eisen, Magnesium, Kalium und Silizium. Hilft bei Eisenmangel, bei Erschöpfung und Wechseljahresbeschwerden. Sie unterstützt den Körper vor allem bei der Entgiftung.

Und wie schmeckt‘s?

Je nachdem wie lang ihr die Brennnesseln im Wasser lässt und ob ihr ab und zu umrührt, reicht es von einem ganz leicht süßlichen Aroma bis hin zu einem süßen Aroma das man nicht ganz deuten kann; etwa Neues also. Aber auf keinen Fall bitter 😀 was man bei der Brennnessel eigentlich annehmen möchte.

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Und so geht’s:

Brennnessel

Wasser

Das ist und wird wahrscheinlich das einfachste Rezept auf diesem Blog bleiben: Ihr braucht nur zwei Zutaten – Wasser und Brennnessel.

Hier nur die Triebspitzen der Pflanze sammeln, die enthalten das meiste Aroma. Dann waschen und hier könnt ihr die Brennnesselblätter entweder unter fließendem Wasser wenden oder danach mit einem Nudelholz walken damit die Nesseln brechen. Danach in eine Karaffe oder Glas füllen, mit Wasser bedecken und maximal 6h im Kühlschrank stehen lassen, damit sich das Aroma gut entfalten kann bzw. sich das Wasser leicht rosa verfärbt. Wichtig: Nicht zu langen stehen lassen, da sich sonst eine unschöne schwarze Schicht auf der Oberfläche bildet.

Die Pflanzenteile im Wasser solltet ihr nur mit Keramik-Geschirr umrühren, da die Brennnessel bei Kontakt mit Eisen schnell oxidiert und sich braun verfärbt. Es ändert zwar nicht den Geschmack, sieht aber ästhetisch jetzt nicht mehr so ansprechend aus.

Und sticht das nicht beim Trinken?

Hier meine Antwort zu der obligatorischen Frage: 

Ich habe mich für euch geopfert 😀 und da experimentieren mein Zweitname ist, habe ich den Saft schon einmal zubereitet ohne die Nesseln zu brechen: Und ja – es sticht dann etwas im Hals; es war nicht schmerzhaft aber ein kratziges Gefühl. Was lernen wir daraus? Lieber mit dem Nudelholz oder fließendem Wasser bearbeiten, dann kratzt es überhaupt nicht.

Ich muss aber gestehen, dass ich sehr skeptisch und vorsichtig war als ich Brennnesselwasser zum ersten Mal getrunken hatte. Vor allem der Respekt gegenüber dem Brennen der Nessel war bis zu dieser Erfahrung der Grundpfeiler meiner Beziehung zu diesem Kraut und mündete in respektvollen Abstand (sprich Grauen) wenn ich mit kurzer Hose auch nur in der Nähe dieser Pflanze war. Mittlerweile ist es meine Lieblingspflanze (der Respekt besteht dennoch XD).

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Ein Kommentar bei „Die Brennnessel – Wissenswertes über die Heilpflanze & Rezepte“

  1. […] den Körper vor allem bei der Entgiftung. Wissenswertes über die Brennnessel könnt ihr in diesem Beitrag […]

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