Schnelle Bärlauchrezepte

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Pünktlich zur Bärlauchzeit ließ ich es mir natürlich nicht entgehen, selbst Bärlauch zu sammeln und diesen zu verarbeiten. Was mich am meisten überraschte: In Linz sprießt es nur so von Bärlauch! Als heißen Tipp schlage ich hier Ebelsberg oder den Pleschingersee vor.

Fundorte in Wien findet ihr unter diesem Link.

Inhaltsverzeichnis

Volksnamen

Hexenzwiebel, Wurmlauch, Zigeunerlauch, Waldknoblauch, Bärenlauch, Wilder Knoblauch und Latschenknofel.

Der Bärlauch heißt Bärlauch, weil Bären die Fruchtbarkeitssymbole und Seelentiere der Germanen waren. Der Bär kündigte das Ende der Winterzeit und den Beginn des Frühlings an. Auch heute ist das Wort „Bär“ noch in unseren Wortlauten im Bezug auf Fruchtbarkeit zu finden – z.B. das Wort „ge-bären“.

Beschreibung

Der Bärlauch zählt zu den Amarylilisgewächsen (Amaryllidaceae), ist mehrjährig und kann bis zu 30cm hoch werden. Es ist eines der frühesten Wildkräuter die du finden wirst.

Wo findet man Bärlauch?

Vorwiegend auf tiefgründigem, sickerfeuchten und nährstoffreicheichen Böden im Schatten. Das heißt in Auwäldern, sowie humus- und krautreichen, schattigen Laubwäldern bei einer Höhe von bis zu 1.500 Meter. Bärlauch benötigt vor allem Kalk.

Bärlauchknödel-Bärlauch

Kann ich Bärlauch im Garten anbauen?

Ja das ist möglich! Am besten du suchst einen feuchten Platz unter einem Baum oder einem Haselnussstrauch, der vorher mit Kompost angereichert worden ist. Dort wird es dem Bärlauch am besten gefallen.

Im Frühjahr kannst du dann einige Jungpflanzen oder Zwiebeln einsetzen oder im Juni / Juli Samen* einsetzen. Die Samen* keimen dann erst nach 14 Monaten!

Streue öfters Eierschalen über den Platz drüber falls der Boden nicht oder zu wenig kalkhaltig ist.

Bärlauch ernten

Ernte hier immer nur einen Teil der Blätter der Pflanze und nicht den gesamten damit sich die Pflanze erholen kann. Schneide auch die Pflanze nicht ganz am Boden ab damit die Pflanze nachwachsen kann und dadurch zur Blüte kommt (um nächstes Jahr noch mehr Bärlauch sammeln zu können)

Immer die jungen, kleinen Blätter verwenden da diese am aromatischsten sind und die Pflanze nicht erhitzen, da die schwefelhaltingen Stoffe nicht hitzebeständig sind und die Pflanze dadurch ihren Geschmack verliert!

Wie kann ich den Bärlauch konservieren?

Übliche Tricks wie einfrieren oder trocknen, helfen beim Bärlauch leider nicht viel. Beide Methoden können nicht mit einem frischen Bärlauchblatt mithalten, da Bärlauch seine Wirkstoffe verliert. Am besten verzehrst du den Bärlauch gleich frisch!

Alternative: Verarbeiten! Bärlauchsalz* z.B. schafft es den tollen Duft einzufangen sowie Bärlauchbutter oder ganz klassisch – Pesto! Du kannst auch die Bärlauchzwiebeln einlegen und so für den Winterkonservieren.

Milchzuckerverreibung: 1 Teil Milchzucker und einen Teil klein geschnittenen Bärlauch verreiben.

Bärlauch erkennen

  • Die Pflanze tritt immer in Massen auf (wächst teppichartig)
  • Beim Zerreiben der Blätter entsteht ein Knoblauchgeruch
  • Weiße Sternchenblüten, die in einer kugeligen Dolde angeordnet sind
  • Der Stängel ist dreikantig, ohne Blätter und hohl
  • Ist an der Blattunterseite matt mit parallelen Adern
  • Blätter sind breit und oval und ca. über 20mm breit
  • Der Blütenstand ist kugelig und besteht aus weißen, sternförmigen Einzelblüten

Verwechslungsgefahr

Die Verwechslungsgefahr ist leider beim Bärlauch sehr hoch, es gibt genug Quellen welche die Unterscheidungsmerkmale zwischen der Herbstzeitlose, dem Aronstab und den Maiglöckchen auflisten (Zum Beispiel hier oder hier).

Maiglöckchen blühen, wie der Name schon sagt, vorwiegend im Mai (kommt aber natürlich auch darauf an ob es ein milder Winter war oder nicht). Wenn man jedoch nur die zarten Blätter pflückt, kann es fast zu keiner Verwechslung mit dem Maiglöckchen kommen. Auf jeden Fall gilt die Devise: Nur das Sammeln was man auch eindeutig bestimmen kann!

Beim Austreiben des Bärlauchs kann man diesen leicht mit dem Aronstab verwechseln. Leider sind beide Pflanzen oft nebeneinander zu finden – deshalb bitte gut aufpassen!!

Die Blätter des Aronstabes haben am Stängelansatz zwei Zipfel, während die Blätter vom Bärlauch langsam in den Stängel übergehen. Außerdem hat der Bärlauch parallel verlaufende Blattnerven, während diese beim Aronstab netzartig angeordnet sind.

Aufpassen: Desto später man den Bärlauch pflückt, desto höher läuft man Gefahr diesen mit z.B. Maiglöckchen zu verwechseln. Also jedes Blatt kontrollieren und nur pflücken, wenn ihr euch 100% sicher seid!

Bärlauch
Herbstzeitlose
Maiglöckchen
Aronstab
Riecht stark nach Knoblauch
Kein charakteristischer Geruch
Kein charakteristischer Geruch
Stinkt fürchterlich nach Aas
Blätter kommen einzeln heraus
Hat viele Blätter die untereinander gewickelt sind
Blätter treten zu zweien auf
Blätter sind gestielt, pfeilförmig und meist dunkel gefleckt
Hat 2 Blattstiele
Hat keinen Blattstiel
Scheinbar nur 1 Blattstiel
Der Blütenkolben ist dick, braun und von einem tütenförmig eingerollten Hochblatt umgeben
Blattscheide ist im Boden und kurz und weiß
Blattscheiden sind im Boden
Die Blattscheiden sind oberirdisch und mehrere sind ineinander-gesteckt. Die oberen sind lang, grünlich und die unteren sind kürzer und rotviolett
Adern an der Blattunterseite stechen wenig hervor, besitzt aber eine deutliche Mittelrippe
Blattadern und Mittelrippe an der Blattunterseite deutlich sichtbar
Keine deutlichen Adern auf der Blattunterseite erkennbar
Blütenstängel ist blattlos Blattunterseite ist glänzend
Auswirkung: Alle Teile der Herbstzeitlose enthalten Colchizin. Das ist ein starkes Gift, das den Ablauf der Zellteilung stört was tödlich ausgehen kann. Erste Vergiftungssymptome sind Übelkeit, kolikartige Magenschmerzen, Lähmung und schneller Puls treten bereits mehrere Stunden nach Verzehr auf. Wurde früher bei akuter Gicht verwendet – heutzutage gibt es aber ungefährlichere Medikamente
Auswirkung: Das Maiglöckchen enthält herzwirksame Glykoside, die bei Überdosierungen zu Vergiftungen mit Kopfscherzen, Benommenheit, unregelmäßigem Herzschlag und Herzstillstand führen können.
Auswirkung: Der Name „Arum“ bedeutet griechisch Giftpflanze. Die gesamte Pflanze enthält Aroin, welches auf das zentrale Nervensystem wirkt. Tödliche Vergiftungen sind durch den Verzehr möglich. Der Pflanzensaft kann auf der Haut heftige Entzündungen auswirken. Getrocknet ist die Pflanze weniger giftig.

Wichtig:

Wenn du dir unsicher bist, kaufe den Bärlauch lieber, nehme an einer Kräuterwanderung in deiner Nähe teil und ziehe dir Wildpflanzen-Bestimmungsbücher zu Rate! Meine Empfehlungen sind hier: „Was blüht denn da?“, Spohn, Golte-Bechtle, Spohn* und „Welche Heilpflanze ist das?“, Eva-Maria Dreyer* – passen beide in die Tasche und sind somit leicht mitzunehmen beim Spazieren.

Vermehrung

Der Bärlauch vermehrt sich vor allem durch Bestäubung von Fliegen bzw. bestäubt sich auch selbst. Ameisen breiten die Samen* aus weil sie ölhaltige Samen* mögen.

Bärlauchfeld-Wildkraut

Blüte- und Sammelzeit

  • Die Blütezeit vom Bärlauch ist zwischen April und Juni.
  • Die Blätter sammelt man vor der Blüte (März).
  • Die Knospen ca. Anfang April nachdem die Blätter schon zu groß geworden sind und sich die Knospen noch nicht geöffnet haben
  • Die Blüten kannst du im April sammeln.
  • Zwiebeln im Hochsommer sobald der Bärlauch abgestorben ist.

Inhaltsstoffe

  • Ätherisches Öl
  • Allicin (wirkt antibakteriell und antibiotisch)
  • Glycoside
  • Fructosane (wasserlösliche Polysaccharide)
  • Vitamin C
  • Eisen (20x mehr Eisen als Knoblauch!)
  • Ffreie Aminosäuren (Adenosin)
  • Schleimstoffe
  • Mangan
  • Magnesium
  • Flavonoide
  • Enzyme (Biokatalysatoren)

Bärlauch hat einen hohen Gehalt an schwefelaktiven Verbindungen und zwar 7,8mg Schwefel pro 100g Trockensubstanz. Knoblauch hat im Vergleich dazu nur 1,7mg / 100g. Die schwefelaktiven Verbindungen liegen dem Allicin zugrunde.

Beachte: Getrocknet geht beim Bärlauch leider ein Großteil der Wirkstoffe verloren, deshalb am besten frisch verwenden!

Heilwirkung

Bärlauch wirkt reinigend, harntreibend, rötend, schleimlösend, stoffwechselanregend, entzündungshemmend, allgemein stärkend, blutdrucksenkend und antiseptisch.

Das schwefelige ätherische Öl beim Bärlauch hilft bei der Vorbeugung von Gefäßverkalkungen und Arteriosklerose. Blätter und Zwiebeln helfen bei Arterienverkalkungen, Magen- und Darmkatarrhen und Bronchitis.

Personen wie ich, die generell einen niedrigen Blutdruck haben, sollten daher nicht allzu viel Knoblauch, Zwiebeln, Bärlauch, etc. zu sich nehmen, da es den Blutdruck noch weiter senkt. Aber die Versuchung ist einfach zu groß!!

Bärlauch ist DIE ideale Pflanze bei Eisenmangel – es ist eine ideale Einschleusepflanze für Eisen, da es die Eisenaufnahme in den Körper erleichtert.

Laut dem Kräuterpfarrer Künzle ist die Pflanze wirksam bei der Reinigung von Mägen, Gedärmen und Blut. Er soll bei Flechten und Ausschlägen helfen, da das Blut gereinigt wird.

Bärlauch hat einen hohen Anteil an Senfölglykosiden und regt dadurch Verdauungssäfte an. Die Pflanze hat eine bakterien-abtötende Wirkung auf schädliche Darmbakterien. Daher besonders geeignet nach einer Antibiotika- oder Sulfonamid-Behandlung.

Macht die Darmflora abwehrstark, hilft bei Bronchitis, Erkältungen, bei Fadenwürdmern (bei Kindern), bei Magen- und Darmerkrankungen mit Durchfall oder Verstopfung, gefäßbedingtem Kopfschmerz und bei Darmpilzen.

Darüber hinaus können die Schwefel-Verbindungen in der Pflanze Schwermetalle und Verbindungen wie Lindan binden. Daher sollte man Bärlauch vor und während des Entfernens von Amalgamfüllungen einnehmen. Schwermetalle werden als Komplex gebunden, ins Blut aufgenommen und über die Niere und den Darm ausgeschieden.

Die Pflanze hilft bei zu hohen Cholesterinwerten, regt die Lebertätigkeit und den Gallenfluss an und hilft bei der Vorbeugung von Herzinfarkt und Schlaganfall. Es ist ein pflanzliches Antibiotikum, Nierenheilmittel und Blutfett-Senkungsmittel.

Verwendung

Verwendet werden: Blätter, Knospen, Blüten und die Zwiebeln

Tinktur

Frische Blätter mit 45%igem Alkohol übergießen, teelöffelweise einnehmen (3*20 Tropfen vor dem Essen) um der Darmflora bei der Regeneration zu helfen.

Bärlauchwein

Dieser soll bei Altersbeschwerden, Schwäche und leichten Magenproblemen helfen.

Frischpflanzensaftkur

Hilft der Entgiftung des Körpers und als Auflage bei Hauterkrankungen.

Bärlauch-Auflage

Die Blätter oder die Zwiebel werden zerquetscht und bei Furunkel, Abszessen und schlecht ausheilenden Wunden und Geschwüren 3-4 Tage lang als Bärlauchwickel angelegt.

Achtung: Kann zu Hautreizungen führen!

Insektenstichen

Den weißen, unteren Teil bei Insektenstichen auf die betroffene Stelle zerreiben.

Entschlackung

Hierfür kannst du täglich 3x eine Messerspitze der Bärlauchverreibung (1 Teil Milchzucker und 1 Teil klein geschnittener Bärlauch miteinander verrieben) zur Entschlackungskur einnehmen.

Du kannst den Bärlauch auch in einer Tasse warmer Milch oder in einem Pflanzendrink ziehen lassen und über den Tag verteilt als Kur trinken falls dir der Geschmack zu scharf ist.

In der Küche

Die Blätter können frisch als Salat (Bärlauch-Kartoffel-Salat), Kräutertopfen, Spinat und in Suppen zubereitet werden. Bärlauchöl (aus den Zwiebeln und den Blättern) und Bärlauchessig sind einfach herzustellen und auch noch heilsam!

Bärlauchwein, Brotaufstrich aus Bärlauchblättern und Sauerrahm, Kräuterbutter, Bärlauch-Nudeln, Pesto, Bärlauchblätter und Knospen frisch auf belegten Broten, Bärlauch-Brot, Eiersalat mit Bärlauch, Frühlingsrollen mit Bärlauch, Tzatziki mit Bärlauch und Bärlauchsoße sind nur ein paar von unzähligen Verarbeitungsmöglichkeiten.

Schackhaft ist noch Bärlauch in Palatschinkenteig gemischt, Risotto, Bratkartoffeln mit Bärlauch, Wildkräuter-Crostini mit Bärlauchblüten und Bärlauch-Kartoffelpüree.

Samen*

Die Samen* im Juni geerntet solange sie noch grün sind, kannst du als Pfefferersatz verwenden oder als Bärlauchkaviar.

Knospen

Die Knospen schmecken wunderbar als Antipasti in Öl, Essig oder Salzlake eingelegt.

Blüten

Die Blüten sind eine wunderschöne, essbare Dekoration, die leicht nach Knoblauch schmeckt.

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Wissenswertes

Bereits im Mittelalter verwendete man Bärlauch um sich gegen Vampire und Blutsauer zu schützen. Die Griechen nutzen das Kraut als Potenzmittel: Der Liebestrank wurde aus dem Presssaft von Koriander und Bärlauch hergestellt.

Interessantes

Bärlauch gilt als wirksamer als seine verwandten Pflanzen. Außerdem hat man nach Bärlauchgenuss, im Gegensatz zu Knoblauch, kaum Mundgeruch, da die Pflanze sehr chlorophyllreich ist.

Rezepte

Hier ein paar Rezepte mit Bärlauch für euch:

Schnelles Bärlauchkapernrezept

Sobald die Bärlauchsaison dem Ende neigt, ist Bärlauchkapernzeit!

Wenn die Blätter zu groß werden und an Aroma verlieren, verströmen die Knospen intensiven Knoblauchduft! Die Knospen eignen sich ideal als Kapernersatz und so kann man bis in den Spätherbst (meist nicht länger weil der Vorrat bis dahin schon aufgegessen ist) den tollen Bärlauchgeschmack konservieren.

Aufpassen: Desto später man den Bärlauch pflückt, desto höher läuft man Gefahr diesen mit z.B. Maiglöckchen zu verwechseln. Also jedes Blatt kontrollieren und nur pflücken wenn ihr euch 100% sicher seid!

Bärlauch, Kräuterzimmer

Essig und Wasser in gleichen Teilen
Bärlauchknospen
Lorbeeren
Senfsamen
Pfefferkörner
Honig

Den Essig und das Wasser kurz aufkochen, die Knospen waschen und das Glas damit locker befüllen.

Lorbeeren, Senfsamen, Pfefferkörner und 1-2 volle Teelöffel (die Menge der Zutaten könnt ihr nach Belieben variieren) in das Glas dazugeben und mit dem aufgekochten Essigwasser übergießen.

Deckel verschließen und abkühlen lassen. Nach 3-4 Wochen die die Kapern dann essbereit!

Das Rezept für Bärlauchpesto ist relativ einfach:

Zutaten
Utensilien

Zubereitung Bärlauchpesto:

  1. Einweckgläser und Deckel abkochen und verkehrt auf ein Tischtuch zum trocknen legen.
  2. Pinienkerne anbraten und zerkleinern
  3. Bärlauch waschen, klein schneiden oder im Mixer zerkleinern und zu den Pinienkernen hinzufügen.
  4. Mit Salz und Pfeffer bestreuen.
  5. In die Einweckgläser füllen und mit Olivenöl bedecken.

Je nach belieben kann noch Käse oder andere Nussarten (zum Beispiel Cashewnüsse, Sonnenblumenkerne) hinzugefügt werden.

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